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Erntezeit! Warum du jetzt sonnige Orangen essen solltest.

Woher hat die Orange ihren Namen?

Warum die Orange heißt, wie sie heißt, ist nicht eindeutig geklärt. “Or” bedeutet im Französischen “golden”, und “närang” im Persischen “bitter”, doch es gibt eine Vielzahl weiterer möglicher Wurzeln und Sprachen, auf die der Name zurückzuführen sein könnte. Eine andere Bezeichnung für die Orange ist Apfelsine, was vermutlich so viel wie “Apfel aus China” bedeutet. Beide Begriffe meinen gleichermaßen die Frucht und den Baum, an dem diese wachsen. Dass die Orange ihren Namen von der Farbe orange hat, stimmt nicht. Es ist wahrscheinlicher, dass die Farbe nach der Frucht benannt wurde. Eine orange Färbung bedeutet übrigens nicht, dass eine Apfelsine reif ist. Bei gleichbleibend warmen klimatischen Verhältnissen, wie in den Tropen, bleiben die Orangen grün. Nur wenn es nachts kalt wird, wie in den europäischen Mittelmeerländern, entwickelt die Frucht die für uns gewohnte Färbung.

Die Geschichte der Orange

In Südostasien und China gibt es die süße Orange bereits seit etwa 4000 Jahren. Sie entstand vermutlich aus einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse. Um 800 v. Chr. gelangte die süße Frucht über Indien nach Babylonien (ein früheres Königreich in Mesopotamien, dessen Gebiet heute zum Irak, zu Syrien und zu Israel gehört), von dort in den Vorderen Orient und schließlich, etwa im 15. Jahrhundert, mit portugiesischen Seefahrern nach Europa. Dort waren bisher nur Bitterorangen bekannt. Im 16. Jahrhundert wurden Orangerien bei Adligen zur Mode und Seefahrer nahmen die Apfelsine als Heilmittel gegen Skorbut mit auf ihre Reisen. Auf diese Weise kam die Frucht nach Nord- und Südamerika. Brasilien und die USA gehören heute neben den Mittelmeerländern, Indien und China zu den größten Orangenproduzenten der Welt.

Allgemeines zum Anbau

Grundsätzlich werden Orangen in vielen Ländern angebaut, in denen es einigermaßen warm ist. Die weltweite Anbaufläche beläuft sich auf unfassbare 9 Millionen Hektar. Die Haupt-Erntesaison im Mittelmeerraum beginnt im November, findet ihren Höhepunkt um Weihnachten und endet im Februar, weshalb wir uns in Deutschland in der kalten Jahreszeit über ein breites und schmackhaftes Angebot freuen können. Im Sommer gibt es entweder Lagerware oder Apfelsinen aus anderen Ländern, wie z.B. aus den USA oder aus Brasilien zu kaufen. Auf solche Sommerorangen solltest Du aufgrund der noch längeren Transportwege jedoch lieber verzichten. Es ist möglich, Orangenbäume in Deutschland zu kultivieren. Dabei musst Du aber unbedingt auf die speziellen Anforderungen der Pflanze eingehen, ansonsten wirst Du keinen Erfolg haben. Bedenke außerdem, dass es sich um einen Baum handelt, der unter den entsprechenden Bedingungen, z.B. im Gewächshaus sehr schnell sehr groß werden kann.

Konventioneller vs. ökologischer Anbau

Im konventionellen Anbau wachsen Orangenbäume meist auf riesigen Monokultur-Plantagen, weshalb die Pflanzen anfällig gegenüber Schädlingen und Krankheiten sind. Sie werden daher mit verschiedensten chemischen Mitteln besprüht, die im Obst, besonders der Schale, verbleiben. Manche dieser Mittel sind nachweislich krebserregend. Sie sind eindeutig schädlich für die Konsumenten, aber vor allem für die Menschen, die auf den Plantagen arbeiten sowie die umliegende Natur. Die orange Färbung der Früchte, die normalerweise durch kühle nächtliche Temperaturen eintritt, wird im konventionellen Anbau künstlich erzeugt. Dazu werden die Apfelsinen mit einem Reifehormon besprüht. Für den Transport werden sie vorbereitet, indem sie in Fäulnisschutzmitteln gebadet werden. Danach sind die Schalen nicht mehr zum Verzehr geeignet. Zusätzlich erhalten die Früchte eine neue Wachsschicht, da ihre eigene durch das maschinelle Waschen nach der Ernte entfernt wurde. Solche Maßnahmen sind glücklicherweise beim ökologischen Anbau nicht erlaubt. Daher fallen Bio-Orangen oft etwas kleiner aus und haben keine makellose, glatte, glänzende Schale. Jedoch sind sie nicht mit Schadstoffen belastet, schmecken mindestens genauso gut und enthalten mehr der gesunden Inhaltsstoffe, für die die Orange bekannt ist.

Orange handgepflückt

Photo by Herman Delgado on Unsplash

Konventioneller vs. fairer Anbau und Handel

Zu der ökologischen Problematik kommt beim konventionellen Anbau und Handel noch die soziale. In vielen Ländern stehen Obstplantagen wegen Ausbeutung, Zwangs- und Kinderarbeit in der Kritik. Die meisten Orangen-Plantagen gehören wenigen großen Konzernen, die den Großteil des Weltmarkts kontrollieren und somit die Preise bestimmen. Kleine Orangenbauern müssen ihre Plantagen häufig aufgeben, weil sie nicht mehr mithalten können. Eine Alternative bietet der faire Handel, in dem unter anderem gute Arbeits- und Lebensbedingungen, gerechte Löhne, Mindestabnahmepreise für die Produkte und das Verbot von Kinderarbeit gesichert werden.

Öko-Bilanz und Konsequenzen

Wir haben bereits angesprochen, dass Du Orangen, die nicht aus dem Mittelmeerraum oder ähnlich nahen Gebieten kommen, lieber nicht kaufen solltest. Beim Transport von beispielsweise Südamerika nach Europa werden Unmengen CO2 ausgestoßen. Das bedeutet nicht, dass Du Orangen aus Europa bedenkenlos essen kannst, denn auch sie haben einen langen Transportweg zurückzulegen. Dazu kommt der Wasserverbrauch: im Schnitt werden z.B. bei der Produktion von Apfelsinen in Spanien oder Italien für 1 kg 500-600 Liter Wasser benötigt. Es ist bereits viel wert, auf saisonale Bio-Orangen aus fairem Handel zu setzen. Diese findest Du bei uns im Shop. Zudem ist es sinnvoll, lieber weniger zu kaufen und umso mehr zu genießen, sowie die Frucht komplett zu verwerten, also auch ihre Schale.

Wie kann die Orange verwendet werden?

Orangen sind, wie andere Zitrusfrüchte, für den rohen Verzehr geeignet. Besonders als Saft ist sie außerdem beliebt. Bei Säften lohnt es sich, genauer hinzuschauen: während frisch gepresster Saft und Direktsaft aus 100% Orangensaft bestehen, enthält Fruchtsaft Orangensaft aus Saftkonzentrat. Für dessen Herstellung werden die Früchte ausgepresst und dem Saft anschließend Aroma und Wasser entzogen, wodurch der Transport billiger und eine längere Lagerung möglich wird. Aus dem Konzentrat wird wieder Saft, indem es mit Wasser gemischt, die Aromen und ggf. eingefrorenes Fruchtfleisch zugesetzt wird. Leider wird häufig extra Zucker dazugegeben. Nektar muss nur 50% Orangensaft enthalten, Fruchtsaftgetränke lediglich 6-30%. Abgesehen von Säften werden Orangen gern zu Marmelade oder Chutneys verarbeitet. Sie kommen in vielen internationalen Gerichten sowohl als Zutat als auch als Deko zum Einsatz. Orangen verleihen zahlreichen alkoholischen Getränken wie Sangria, Schnäpsen und Likören ihr fruchtiges Aroma. Orangenschalen, -saft und Orangeat (dieses wird aus kandierten Schalen der Bitterorange hergestellt) finden beim Backen, vor allem um die Weihnachtszeit Anwendung. Weiterhin gibt es Orangenöl, das zum Verfeinern von süßen Speisen und Getränken verwendet wird, oder als Zusatz bei Reinigungsmitteln.

Welche Sorten gibt es und für welche Verwendung eignen sie sich?

Die Vielfalt an Orangensorten ist riesig; weltweit gibt es über 400 verschiedene, von denen um die 20 üblicherweise in Deutschland im Handel erhältlich sind. In erster Linie unterteilt man Orangen in Bitterorangen und Süßorangensorten. Bitterorangen schmecken, wie der Name es erahnen lässt, bitter, und sauer. Meistens werden nur ihre Schalen für die Herstellung von Orangeat verwendet. Es lässt sich aber ebenso leckere Marmelade aus ihnen machen. Blondorangen, zu denen beispielsweise die Sorten Shamouti und Valencia gehören, eignen sich gut zum Auspressen bzw. für Säfte. Navelorangen, erkennbar an einer kleinen Ausstülpung, die einem Nabel ähnlich sieht, werden klassischerweise als Speiseorange verwendet. Sie besitzen kaum Kerne, ihr Saft wird allerdings schnell bitter. Blutorangen, wie die Sorten Sanguine, Moro oder Tarocco besitzen rotes Fruchtfleisch und eine rötliche Schale. Sie haben einen besonderen Geschmack, der an Beeren erinnert. Säurefreie Orangen sind in Deutschland weniger beliebt. Sie schmecken mild-süß, aber wenig aromatisch.

Wie gesund sind Orangen?

Eine Orange besteht zu 80% aus Wasser, enthält aber ansonsten reichlich wertvolle Stoffe, die sehr gesund sind. 100g Orangen enthalten fast 50 mg Vitamin C, womit im Durchschnitt die Hälfte des Tagesbedarfs einer erwachsenen Person gedeckt ist. Zusätzlich stecken die Vitamine E, B1, B2, und B3, aber auch Provitamin A sowie verschiedene Mineralien (Kalium, Calcium, Magnesium, und Eisen) und Ballaststoffe in Apfelsinen. Wer einen sensiblen Magen hat, sollte es aufgrund des hohen Säuregehalts lieber nicht mit dem Konsum übertreiben. Bei Neurodermitis und Allergien ist ebenfalls Vorsicht geboten. Abgesehen davon lassen sich viele positive Wirkungen auf die Gesundheit aufzählen: Orangen unterstützen das Immunsystem, helfen bei Verdauungsproblemen, fördern das allgemeine Wohlbefinden, verhindern das Verkalken von Arterien, stärken Knochen und Zähne, beugen Bluthochdruck und wahrscheinlich sogar Krebs vor. Vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um Bio-Früchte. Da sie kaum Kalorien haben, werden Apfelsinen in vielen Diäten eingesetzt.

Wie sollten Orangen gelagert werden?

Gerade bei Bio-Apfelsinen solltest Du auf die richtige Lagerung achten, da sie für Fäulnis und Schimmel anfälliger sind als konventionelle Früchte, die mit chemischen Mitteln behandelt wurden. Am besten halten sich Orangen an kühlen, belüfteten Orten. Je kühler, desto länger bleiben sie frisch. Bei Kühlschranktemperaturen halten sie sich sogar mehrere Monate. Allerdings verlieren sie in einer kalten Umgebung auch am schnellsten ihren Geschmack. Bei Zimmertemperatur behalten sie diesen länger, verderben jedoch schneller. Das beschleunigt sich noch, wenn sie aufeinander liegen oder mit anderem Obst gemeinsam aufbewahrt werden. Die Lagerung im Keller ist ein empfehlenswerter Mittelweg.

Orangen für deine Kiste findest du hier.

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